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Berlin-Seminar (01.12.2010)

Berlin-Seminar

Schauplatz der deutschen und europäischen Einheit

 

 

BRANDENBURG. Im Zeitraum vom neunten bis zum zehnten November 2010 hatten wir: Konrad Moritz Harms, Fabian Schüler, Anna-Julia Wodatschek, Holm-Uwe Burgemann und Laura Marie Pelz die Möglichkeit ein Seminar für junge Erwachsene zu besuchen. Im Rahmen von „Berlin Schauplatz der deutschen und europäischen Einheit“ in Berlin/ Grunewald durften sie als Teil einer bundesweiten Auswahl von 20 Schülern und Studenten hinter die Kulissen der deutschen und europäischen Politik blicken. Die Übernachtung und Tagesplanung fand in der Europäischen Akademie Berlin statt. Neben diversen Diskussionsrunden unter den Teilnehmern, standen auch die Besuche von politischen Einrichtungen an. Zu Beginn des Seminars wurden den Teilnehmern von der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin die Grundsätze des Vertrags von Lissabon nähergebracht. Der Lissabonner Vertrag ist eine Aktualisierung aller europäischen Verträge zuvor. Dieser Vertrag war unter anderem durch den Neueintritt von zwölf Staaten und der voranschreitenden Globalisierung nötig. Der nächste Tagesordnungspunkt war eine Führung durch den Bundesrat. Die Schüler und Studenten wurden vor allem auf die transparent wirkende Architektur hingewiesen und mit der Arbeitsweise des Föderalismus bekanntgemacht. Zum Beispiel erfuhren wir, dass durch den jährlichen Wechsel des Ratsvorsitzenden eine Gleichberechtigung der Bundesländer gewährleistet wird. Derzeit stellt Nordrhein-Westphalen mit Hannelore Kraft die Ratspräsidentin. Das für uns wichtigste Ereignis des Seminars, war die erste Europa-Rede. Sie fand im Pergamonmuseum in Berlin am 9.11.2010 statt. Der 9. November steht sowohl für die Reichspogromnacht 1938, als auch für den Mauerfall 1989. An diesem schicksalsreichem Tag, erschienen neben Frau Dr. Angela Merkel und dem Europäischen Ratspräsidenten Herman van Rompuy auch weitere deutsche und europäische Politiker. Eingeleitet wurde die Europa-Rede von Dr.Hans-Gert Pöttering und unserer Bundeskanzlerin, welche die Bedeutsamkeit dieses historischen Ereignisses betonten. Es solle nun jedes Jahr eine Rede dieser Art stattfinden.

Den wichtigsten Teil dieser Veranstaltung nahm Herman van Rompuys Rede ein. Die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Europa, aber auch die kritische Auseinandersetzung mit problematischen Themen muss in den kommenden Jahren im Vordergrund stehen. Er ermahnte Deutschland, sowie auch Frankreich; Wir brauchen keine Alleingänge sondern konstruktive Zusammenarbeit über die nationalen Interessen hinaus. Denn die Zeit der homogenen Staaten sei vorüber. Europa muss als internationales Vorbild für Einigkeit und Kompromissbereitschaft stehen. Nur gemeinsam können Probleme der Zukunft bewältigt werden. Auswirkungen wie Finanzhilfen für angeschlagene Mitgliedsstaaten sollen der Vergangenheit angehören. An eine Währungskrise darf nicht einmal zu denken sein. Die Einführung eines Stabilitätspaktes zur Sicherung der wirtschaftlichen Lage der Union soll, wenn es nach van Rompuy ginge ohne all zu große Änderungen des Vertrages von Lissabon umgesetzt werden. Wir brauchen den Fortschritt! “Otherwise we will become a large museum, but not one that you and I would like as much as this one”, sagte Herman van Rompuy und brachte so den Saal mit rund 600 Menschen zum Schmunzeln. Es war keine Rede der Anmaßung, viel mehr ein Verbesserungsvorschlag zur europaweiten Entwicklung und Zusammenarbeit. Angeregt durch die Rede erkannten wir unsere Rolle in Europa und die Rolle Europas in der Welt. Nach einer kurzen Nacht, begann für uns der Tag mit der Besichtigung des Bundestags im Reichstagsgebäude, das als transparentestes Parlament der Welt gilt. Nach einem Vortrag im Plenarsaal und der Besichtigung der Reichstagskuppel, kamen wir zu unserem Höhepunkt des Tages, das Bundeskanzleramt. Es liegt im Regierungsviertel an der Spree. Dort ist das Büro der Bundeskanzlerin und weiterer Mitarbeiter. Aufgrund der hohen Sicherheitsbestimmungen erhält man selten die Gelegenheit das Gebäude der deutschen Exekutive zu besuchen. Unsere Gruppe wurde von zwei Bundespolizisten bewacht, während wir durch das Gebäude geführt wurden. Dort wurden durch den Maler Markus Lüpertz die fünf Tugenden, die man der Bundesrepublik Deutschland wünscht, nämlich Weisheit, Kraft, Tapferkeit, Gerechtigkeit und Klugheit durch Farben verkörpert. Unser letzter Punkt war das Deutsche Historische Museum Unter den Linden, wo wir eine Führung durch die Sonderausstellung „1990- Der Weg zur Einheit“ erhielten.

Nach diesem Tagespunkt fanden wir bei einer abschließenden Diskussionsrunde einige Verbesserungsvorschläge heraus. Eine EU-weite Zeitung sei erforderlich, da man so ein europäisches Bewusstsein schafft und einheitliche Informationen bekommt. Außerdem soll schon jungen Menschen bewusst gemacht werden welche Rolle sie in Europa haben. Dabei sind vor allem die Schulen verpflichtet, die EU in den Unterricht und Schulalltag mit einzubeziehen. Jedoch ist es nicht nur das Lernen und Verstehen der einzelnen EU-Organe, sondern auch das Bewusstsein für die Gemeinschaft und Zusammenarbeit, das gefördert werden muss.  Für uns hat dieses Seminar sehr viel gebracht. Wir fühlen uns jetzt nicht nur als Deutsche sondern als Teil der Eu, als EU-Bürger. Wir hoffen wir können diese Entwicklung in den kommenden Jahren auch bei vielen anderen Schülern und Schülerinnen feststellen.

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